Seit einigen Wochen ist bekannt, dass in naher Zukunft eine Steuer für den Zweitwohnsitz in Münster erhoben wird. Klug wie ich bin, habe ich doch mal fix meinen Erstwohnsitz hier angemeldet und bin nun eine richtige Bürgerin Münsters!
Besonders recht war mir dieser Gang zum Einwohnermeldeamt aber eigentlich nicht, da ich den Sinn dieser Zweiwohnsitzsteuer nicht nachvollziehbar finde. Die Uni Münster hat ca. 38.000 Studenten. Es gibt viele Studenten, die hier wirklich nur studieren und bspw. die Wochenenden und Semesterferien komplett in ihrer Heimat – dem Erstwohnsitz – verbringen und somit hier nur einen Zweitwohnsitz angemeldet haben. Der große Teil derjenigen, die eine Zweitwohnsitzsteuer in Münster zahlen müssten, sind somit Studenten. Sie wird 10% der Netto-Kaltmiete betragen. Und wer hat generell begrenztes Budget zur Verfügung? Richtig, die Studenten. Wo ist also in dieser Stadt der Sinn der Zweitwohnsitzsteuer? Für mich gibt es keinen.
Klar, WENN eine Zweitwohnsitzsteuer von Nutzen für die Finanzen ist, dann in einer Studentenstadt wie Münster sie ist, aber dennnoch halte ich die Neuregelung für den falschen Ansatz, um eine Finanzspritze anzusetzen. Den Studenten, die aufgrund neuester Regelungen wie Studiengebühren eh schon knapp bei Kasse sind, werden noch mehr Mittel genommen. Wenn mir jemand den Sinn, der dahinter steckt, erklären kann: Ich bitte darum.
Da ich die Erhebung aber leider nicht umgehen kann, habe ich nun meinen Erstwohnsitz hier angemeldet, obwohl ich es eigentlich nicht wollte. Tolle Sache!
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Ich hab eigentlich gar kein Problem damit, meinen Erstwohnsitz in einer Stadt zu haben, in der ich eigentlich nur studiere und die ich in zwei Jahren wahrscheinlich wieder verlasse. Aber ich fühl mich ja auch sehr wohl hier.
Der Grund war bei mir aber nicht eine Zweitwohnsitzsteuer, sondern der Zuzugsbonus: 50 € gibt´s jedes Semester, wenn man seinen Erstwohnsitz in Leipzig hat
Wien geht’s etwas subtiler an, es gibt z.B. eine zusätzliche Vergünstigung für die Öffi-Semesterkarte, wenn man hier den Hauptwohnsitz gemeldet hat. Aber die rund 100 Euro im Jahr sind’s mir ehrlich gesagt wert, wenn ich dafür meinen Hauptwohnsitz “daheim” behalten kann. Obwohl mich – als Untermieterin – zum Glück auch eine Zweitwohnsitzsteuer à la Münster nicht treffen würde. ^^
@Huge: Ich habe an sich auch kein Problem damit. Mir geht´s eigentlich eher bzw. nur um´s Prinzip, denn man kann die finanziellen Lücken nicht dadurch stopfen, indem man Personen, die eh schon auf Sparflamme leben müssen, zum Zahlen heranzieht.
@Jü: Hier wollen sie glaub ich auch ein Programm erstellen, dass die Studenten zum Ummelden bewegen soll. Worin das genau bestehen wird, weiß ich nicht.
Ob man sich durch dieses Programm locken lässt, ist natürlich wieder von Person zu Person verschieden. Bin gespannt wie sich das hier weiter entwickelt und wie viele Leute sich tatsächlich ummelden!
Ich hab neulich darüber geleesen. Du bist ein blendendes Beispiel dafür, warum die Steuer eingeführt wurde. NICHT um die Studenten abzuzocken, sondern um sie dazu zu zwingen ihren Erstwohnsitz hier anzumelden. So bekommt die Stadt wohl an anderer Stelle Gelder vom Bund. Ich finde es macht keinen Unterschied ob der Erstwohnsitz hier oder in meiner Heimat ist. Mich tangiert das Thema nur bei meiner Steuererklärung und bei der Wahl und beides mache ich online bzw. per Post. Also alles halb so wild.
@Anna: Aber das eine schließt das andere ja nicht aus oder? Zum einen wird man abgezockt und gleichzeitig wird man dazu gezwungen, seinen Erstwohnsitz in Münster zu melden. Wie oben schon gesagt: Mir gehts ums Prinzip. Ich habe nun gern meinen Erstwohnsitz hier, weil ich ja auch gern in Münster lebe. Trotzdem kann man niemanden zwingen, seinen Erstwohnsitz hier zu melden. Wenn die Stadt Geld vom Bund bekommt, ist das die eine Sache, aber gleichzeitig nehmen sie ja auch die Steuergelder der Studenten ein, die aus irgendwelchen Gründen nur ihren Zweitwohnsitz hier anmelden. Ich find´s unfair, auch wenn´s keinem richtig weh tut.
ich hab damals auch über erstwohnsitz ud zweitwohnsitz nachgedacht, als ich umgezogen bin. wollte eigentlich hier in celle nur den zweitwohnsitz, aber die frau im einwohnermeldeamt (bzw bürgerbüro heißt es hier), hat mich quasi gezwungen, meinen hauptwohnsitz hier zu haben. schließlich verbringe ich meine hauptzeit hier und das auch gern, denn wenn meine eltern nicht in meinem heimatort leben würden, würde ich dort freiwillig nicht mehr hingehen (und eig bin ich auch nur 1x die woche dort, um was vernünftiges zu essen zu bekommen und meinen hund zu besuchen). von daher war’s mir dann doch wurscht, aber ich hab darauf bestanden, dass die adresse meiner eltern weiterhin als zweitwohnsitz gefüht wird.
naja, offensichtlich kommt die stadt also so oder so an ihre gelder, entweder über die steuer oder dadurch, dass alle doch ihren hauptwohnsitz in der stadt anmelden und sie gelder vom bund bekommen. ganz schön abgekartert. aber irgendwie muss die stadt ja auch an ihr geld kommen
@Anna: Ich frage mich halt, ob man das Geld nicht auch woanders herholen kann und uns Studenten mal außen vor lassen kann.
@Jana: Dass die einen im Bürgerbüro dazu überreden, den Hauptwohnsitz anzumelden, hab ich auch schon gehört, jedoch selbst noch nicht erfahren. Ist ja auch echt blöd iwie, ist ja deine eigene Entscheidung und die können dir ja nicht nachweisen, wo du mehr Zeit verbringst. Das ist halt wieder die Prinzip-Frage!
Ich bin für eine Steuer für die, die eh genug Geld haben. Davon laufen hier nämlich genug rum und denen tut´s auch nicht weh!
ist doch ganz einfach – die Stadt möchte die Leute, die hier wohnen, auch hier angemeldet haben. Ein nachvollziehbarer Wunsch. Wie kriegt man die Leute dazu? Man steuert sie über den Geldbeutel, weil es da weh tut
Und Studenten sind nun einmal die deutlich größte Zielgruppe dieser Maßnahme. Wer prinzipiell nicht hier Erstwohner sein will, muss es dann bewusst tun, weil er dafür zahlt.
Also – man hat die Wahl…
@kochessenz: Klar hat man die Wahl, aber ich finde es nicht fair, es über einen Zwang zu gestalten. Ich möchte mich doch freiwillig entscheiden können, ob ich meinen Hauptsitz hier anmelde oder nicht!? Ich finde den Wunsch auch nachvollziehbar, nur der Hintergedanke nämlich die Steuereinnahmen und die Gelder vom Bund ist für mich nicht in Ordnung.
Wenn es an Geld mangelt, sollte man da anfangen, wo auch Geld sitzt und da gibt es doch auch andere Wege als über die Studenten. Oder nicht?
Ich erklär es mal:
1. Jede Kommune in NRW bekommt Geld vom Land. Die Höhe errechnet sich aus der Zahl der Einwohner. Allerdings zählt hier nur der erste Wohnsitz. Sonst bekämen ja zwei Kommunen Geld für den Bürger.
2. Es wird also nicht insgesamt mehr Geld verteilt, sondern es geht nur um die Frage, ob die Stadt Münster (in der Du wohnst, deren Radwege Du nutzt, an dessen Aasee Du grillst…) die Kohle bekommt oder halt Pusemuckel, wo Deine Eltern wohnen.
3. Kein Studi muss die Zweitwohnsitzsteuer zahlen, es sei denn er ist zu faul, einmal ins Bürgeramt zu fahren und sich umzumelden. Du warst nicht faul und ich denke, viele Deiner Studienkollegen werden es auch nicht sein. Hat doch gar nicht wehgetan, oder?
Als ich damals nach Greifswald zum Studium ging, hab ich auch mich dort auch nur mit Zweitwohnsitz angemeldet. So konnten mich meine Ellis noch ganz gut in ihrer Steuererklärung unterbringen.