Das A und O für Sprachenlehrer

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es während der Schulzeit jedem Schüler sofort aufgefallen ist, wenn die Englisch- oder meinetwegen auch Französischlehrerin die Sprache nicht beherrschte. Das war einfach nur schlimm und Schüler verlor schnell mal den Respekt vor der Lehrperson. Wieso auch nicht? Wenn manch Schüler mindestens genauso gut spricht wie der Lehrer…

Meiner Meinung nach gibt es gewisse Mindesterwartungen, die man an einen Sprachenlehrer stellen darf. Grundvoraussetzung ist, dass die Lehrerin (ich möchte die Männer nicht diskriminieren, aber ich möchte eben aus meiner Sicht schreiben ;) ) die Grammatik der Sprache sowie viele Vokabeln beherrscht. Zweite Voraussetzung ist, dass auch ein Grundverständnis des Sprachgebrauchs vorhanden ist. An dritter Stelle steht für mich die Fähigkeit, die Sprache fließend sprechen zu können. BÄMM…da haben wir den Salat. Ich beherrsche Punkt 1 und 2 meiner Meinung nach recht ordentlich, aber da ich leider nie länger als ein paar Wochen im Ausland war, kann ich mit dem Fließend-Sprechen leider nicht wirklich dienen. Das möchte ich meinen Schülern später natürlich nicht zumuten, denn wäre ich Schüler, würde ich auch von meinem Lehrer erwarten, dass er um einiges besser Englisch spricht als ich.

Wie bekommt man das hin? Genau, ein Auslandsaufenthalt. Genau das Thema beschäftigt mich grad ziemlich und ich habe auch schon so einige Infos gesammelt. Im Moment sieht es so aus als würde ich ein Auslandssemester in Stafford an der Staffordshire University machen wollen (vorausgesetzt die nehmen mich). Dort kann ich einen zweiten Bachelor-Abschluss erwerben und mir diesen aus als eine der drei staatsexamenrelevanten Prüfungen im Master anrechnen lassen. Insofern sehr praktisch. Dass es sprachlich gesehen sehr von Vorteil ist, brauche ich sicherlich nicht noch weiter ausführen. Noch bin ich mir aber noch sehr unsicher. Eine Alternative wäre z.B. auch 9 Monate als Assistant Teacher zu arbeiten. Aber da würden mir gleich zwei Semester flöten gehen.

Kann mir nicht jemand bei meiner Entscheidung helfen? Oder mir wenigstens ein paar Tipps geben? Ihr seid doch sicherlich alle ganz erfahren, was Auslandserfahrungen betrifft?! :)

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6 comments to Das A und O für Sprachenlehrer

  • Konna (54 comments)

    Da kann ich dir leider keinen guten Rat geben. Bei der Sprache, die ich lerne, hilft auch kein Auslandsaufenthalt, um die Aussprache zu verbessern. ;)

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  • MrsBumblebee (14 comments)

    Ich würde Assistant Teacher machen. Ich bereue es ein wenig, dass ich es nicht gemacht habe. Ich hab viele Freunde an der Uni, die die 9 Monate in England waren. Du “verlierst” zwei Semester, aber du hast die einmalige Chance, deine Sprachfertigkeiten zu verbessern und gleichzeitig für deinen späteren Beruf Erfahrungen zu sammeln. Was ist da schon ein Jahr mehr, wenn du das mal auf dein ganzes Leben anrechnest, das du dann länger studierst?

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  • (15 comments)

    Ich kann zwar nicht mit Erfahrungen von der Lehrerseite aufwarten, aber als passionierte Sprachenlernerin, die schon manch leidvolle Erfahrung mit, sagen wir, leicht hilflosen Lehrerinnen gemacht hat, würde ich sagen, wichtig ist, dass du nachher wirklich gefestigt bist im Sprachgebrauch – das heißt nicht “perfekt” (denn das wird man als Nicht-Muttersprachler wahrscheinlich sowieso nie), aber selbstbewusst. Und da wären vielleicht 9 Monate in der (Hilfs-)Lehrerrolle besser zu gebrauchen als 4 bis 6 (?) Monate in der (gewohnten) Rolle der Studentin. Meine unqualifizierte Ansicht. ;-)

    Und @Konna: Haha, du bist gut. Aber mein Lateinlehrer hat mal erzählt, er kennt einen Uni-Professor, dessen Kinder komplett zweisprachig aufgezogen wurden – von seiner Frau auf Deutsch, von ihm auf Latein. Also echte native speaker. 8)

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  • Malte Landwehr (3 comments)

    Ich studiere zum Glück weder eine Sprache, noch ein Lehramt, muss dir aber zustimmen, dass Lehrer, die ihre Fremdsprache nicht fließen sprechen, schrecklich sind. Musste selbst unter einer solchen Lehrerin in der 12. und 13. Klasse leiden. Die konnte mir nicht mal die Frage beantworten, welche Zahl nach “trillion” kommt, und ähnliche eklatante Vokabellücken. Oder wollte mir erzählen, man könne den Begriff “delineation” nicht in einer Gedichtsinterpretation verwenden, weil er angeblich nur aus dem Bereich Architektur kommt. Musste dann extra ein englisch Buch über Gedichtsinterpretationen und Stilmittel mitbringen um ihren Korrekturfehler aus meiner Klausur streichen zu lassen.

    Und was das verpassen von zwei Semestern angeht: Ich kenne viele Studenten die bis zum 5. Semester schon Vorlesungen für 2 Semester aus Faulheit nicht gepackt haben und dafür Extrarunden drehen müssen. Da macht sich ein konkreter Grund für die verschleppte Zeit (Praktikum im Ausland) auf dem Lebenslauf deutlich besser.

    PS
    Habe zuerst Stanford statt Stafford gelesen, da klang das “vorausgesetzt die nehmen mich” ein bisschen beeindruckender^^

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  • derhenry (6 comments)

    Einen wirklichen Tipp kann ich Dir auch nicht geben, aber es ist auf jeden Fall eine einmalige Chance. Und was die Bewertung mancher Sprachlehrer angeht, kann ich mir Dich nur anschließen. :roll:

    Um erhlich zu sein, sind Sprachen aber auch nicht mein Fall. Zumindest jetzt die, die von Menschen gesprochen werden…

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  • Sonja (511 comments)

    @Konna: Hehe, da hast du vielleicht Recht. Aber einen ausgereiften Wortschatz sollte man trotzdem besitzen oder? Ich behaupte das einfach mal aus meinen minimalen Latein-Erfahrungen heraus.
    @MrsBumblebee: Das war auch mein Argument für den Assistant Teacher. Daraufhin meinte meine Studienberaterin aber, dass man in einem Auslandssemester mehr Kontakte ins Ausland knüpft und diese meist auch aufrecht erhält (zumindest ein paar davon). Außerdem hätte ich nach dem Auslandssemester einen zweiten Bachelor Abschluss neben meinem eigentlichen. Das find ich auch ziemlich gut. Hach, es ist echt schwer.
    @: Du bringst ein ähnliches Argument wie MrsBumblebee. Das Auslandssemester würde auch 9 Monate (= ein Studienjahr in England) dauern, nur könnte ich bereits im September fahren und im April ins Sommersemester wieder einsteigen. Das gefiel mir ganz gut. Und das Argument meiner Studienberaterin war – wie im vorherigen Kommentar schon beschrieben- dass man als Student im Ausland mehr Kontakte knüpft. Es ist wirklich schwer und der zweite Bachelor Abschluss lockt mich schon ein wenig, zumal offenbar alle mit 1,x dort abschließen!;)
    @Malte Landwehr: Ich hatte zum Glück immer ziemlich gute Lehrerinnen, die auch wirklich super sprechen konnten. Und du hast Recht: Andere Studenten lassen zwei Semester aus Faulheit sausen, aber so ein Typ bin ich nicht. Ich mach´s lieber so schnell und gut wie nur möglich, zumal ich mein Studium halt auch erst mit 24 begonnen habe. Zeit ist Geld ;) ;)
    @derhenry: Danke für deine Unterstützung, auch als “Nicht-Sprachler” ;)

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