Mein Praktikum am Berufskolleg

Morgen ist der letzte Tag meines Praktikums am Berufskolleg. Damit habe ich vier Wochen an der Schule verbracht, ingesamt 80 Stunden im Unterricht hospitiert und zwei Unterrichtsstunden selbst gehalten. Aber dazu später mehr.

Das Praktikum ist Teil der Allgemeinen Studien für Studenten, die das Lehramt anstreben und es wird empfohlen, es bis spätestens nach dem zweiten Semester absolviert zu haben. Vorher galt es ein Blockseminar zu besuchen, in dem man einige theoretische Vorbereitungen erhält. Letzter Pflichtteil dieses Moduls ist ein 12 seitiger Praktikumsbericht, welchen ich 6 Wochen nach meinem Praktikum eingereicht haben soll. Hat man alle Kriterien erfüllt, gibt es 5 Leistungspunkte für dieses Modul.

Ich muss betonen, dass ich es total gut finde, dass es die Vorschrift bis zum zweiten Semester gibt, denn es ist für mich persönlich genau der richtige Zeitpunkt gewesen: Ich hatte zwei Semester Zeit, um mich im Studium einzufinden und darf gleichzeitig schon so früh versuchen herauszufinden, ob ich wirklich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Genau das ist auch der Sinn dieses “Orientierungspraktikums“: Es war ein Test für mich selbst, ob ich wirklich Lehrer werden möchte und wenn ja, ob ich auch wirklich am Berufskolleg unterrichten möchte.

Somit komme ich dann auch zu meinen zwei selbst gestalteten Unterrichtsstunden :) : Die erste Stunde hielt ich bei den Fremdsprachenassistenten im Fach BWRW (Betriebswirtschaft und Rechnungswesen). Ich habe mich an der Empfehlung des Fachlehrers orientiert und eine Methodenstunde gehalten. Ich habe also den Schülern das Prinzip des Mind Maps gezeigt und das dann auf das Thema Kosten- und Leistungsrechnung angewandt. Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist es auch echt super gelaufen. Die zweite Stunde hielt ich in einer Berufsschulklasse im Fach Rechnungswesen. Das Thema war Gehaltsabrechnung und ich durfte die Einführung dazu machen. Dieser Fachlehrer hatte mir noch vorher einige Tipps gegeben, wie ich es für mich leichter gestalten kann. Das hat auch alles super geklappt. Natürlich – wie gesagt – gab es einige Sachen auch zu bemängeln, aber im Großen und Ganzen habe ich echt super (positives) Feedback bekommen und es hat auch unheimlich Spaß gemacht.

Die restliche Zeit, also quasi 78 Stunden lang, habe ich nur hospitiert. Zwischendurch mal eine Vertretungsstunde übers Knie gebrochen und sogar 10 Minuten Klausuraufsicht gemacht. ;) Ich muss sagen, dass bezüglich des Hospitierens auch 40 Stunden gereicht hätten, denn irgendwann fällt einem einfach nichts Besonderes mehr auf. Allerdings haben mir die ganzen vier Wochen unheimlich dabei geholfen, meine Schülerrolle abzuwerfen und mich endlich ein bisschen mehr wie ein Lehrer zu fühlen. Anfangs hatte ich nämlich unheimlich Probleme damit, nicht immer aus der Sicht eines Schülers zu denken und zu handeln, was bedeutete, dass ich immer fast mit aufgezeigt hätte und es nicht hinbekommen habe, die Lehrer zu duzen. ;)

Das Berufskolleg bietet ein absolut vielfältiges Arbeitsfeld, von Handelsklassen über Berufsschuleklassen bis hin zum Wirtschaftsgymnasium. Ich stelle mir vor, dass es daher ein sehr abwechslungsreicher Beruf sein wird. Die Schule an sich war auch total super und ich werde evtl. sogar in Zukunft dort Nachhilfe geben können.

Mein Fazit ist also durchweg positiv. Natürlich waren auch echt harte Klassen dabei und es ist wirklich eine Herausforderung für den Lehrer. Aber dieser möchte ich mich stellen. Ich bin mir jetzt sicher, dass ich genau den richtigen Weg eingeschlagen habe und das ist ein verdammt gutes Gefühl! :D

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6 comments to Mein Praktikum am Berufskolleg

  • Jan (80 comments)

    Mit aufzeigen und Lehrer siezen wär mir auch passiert :-D

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    Sonja (511 comments) Antwort vom Oktober 9th, 2009 07:55:

    @Jan, Das ist echt blöd. Vor allem platzt man dann innerlich fast, wenn die Schüler nicht auf die Antwort kommen und man selbst sie nicht sagen darf! :lol:

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  • Seelendieb (2 comments)

    Na, das ist doch viel wert wenn man weiß, dass man den richtigen Weg eingeschlagen hat – weiter so ;)

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    Sonja (511 comments) Antwort vom Oktober 9th, 2009 07:55:

    @Seelendieb, Erst mal ein herzliches Willkommen an dich! :D Das ist total viel wert. Vor allem, wenn man vorher schon mal einen Weg eingeschlagen hat, der einem nicht so gut gefallen hat.

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  • MrsBumblebee (14 comments)

    Wir mussten das Orientierungspraktikum schon VOR dem Studium machen, und allerallerspätestens nach zwei Semestern.
    Ich finde, zwei Stunden selbst unterrichtet ist bei vier Wochen schon sehr wenig. Auf der anderen Seite waren es deine ersten Stunden, von daher war es vielleicht ganz gut, dass es nur zwei waren. Man soll sich ja langsam rantasten. Aber du hast ja selbst gesagt, dass es etwas zuviel war mit dem Hospitieren.

    Ich musste noch zwei Blockpraktika machen. Eins davon war fünf Wochen lang und ich hab bestimmt 20 Stunden gehalten. Beim dreiwöchigen war ich an einer total dämlichen Schule und man hat mich nur einmal drangelassen – für ca. 20 Minuten. Das war ziemlich dumm und hat mir gar nichts gebracht.

    Sehr gut gefallen hat mir das studienbegleitende Praktikum. Das war jeden Mittwoch und ich hab jeden Mittwoch eine, meistens aber sogar zwei Stunden gehalten.

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    Sonja (511 comments) Antwort vom Oktober 9th, 2009 07:58:

    @MrsBumblebee, Vor dem Studium ist ja auch ne gute Sache. Und zwei Stunden in vier Wochen sind wirklich nicht viel, das stimmt. Mir war es aber auch schon Arbeit genug, da ich noch für ne Klausur lernen muss die ganze Zeit. Außerdem ging es in diesem Praktikum halt einfach nur darum, mal vor den Schülern gestanden zu haben und nicht darum, eine perfekte Stunde gehalten zu haben. Die Übung darin soll erst später erfolgen :)
    Gerade an der Berufsschule und im Fach Wirtschaftslehre ist das schwierig, weil man sich wirklich erst eine Menge Fachwissen aneignen muss, dass man während der eigenen Schulzeit nicht gelernt hat. Da ist es irgendwie unmöglich schon richtig zu unterrichten.
    Aber so ein studienbegleitendes Praktikum fänd ich z.b. klasse, aber das gibt es hier leider nicht :?

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